Markt

Der Markt der Assekuranzvermittler, Finanzmakler und Finandienstleister steht vor einem kompletten Umbruch. Der Vermittler befindet sich derzeit in einer Orientierungsphase. Die folgenden Ausführungen geben einen kurzen Überblick über die wesentlichen Gründe.

Vermittlerrichtlinie (MiFID/AIFM/§34f GeWO):

Die aktuelle Gesetzgebung erfordert Zulassungsvoraussetzungen und klare Ausbildungsmassnahmen sowie Sachkundenachweise. Viele Finanzprodukte werden künftig als Finanzinstrumente deklariert und unterliegen besonderen Bestimmungen bei der Vermittlung. Gerade in der Assekuranz befürchtet die Mehrheit der Branchenmitglieder eine Marktbereinigung bei den freien Maklern, Mehrfachagenten und Finanzdienstleistern. Immobiliengeschäfte unterliegen nach dem aktuellen Gesetzentwurf noch nicht dieser Neuregelung.

Immobilienpreise:


Nach Jahren Preisrückgang und Stagnation kann seit Mitte 2004 in wirtschaftlichen Ballungsgebieten ein Umkehrtrend festgestellt werden. Zahlreiche ausländische, institutionelle Investoren haben seitdem durch den Erwerb von sehr großen Wohn-Immobilienpaketen für Schlagzeilen in den Medien gesorgt. Während die benachbarten Immobilienmärkte teilweise spektakuläre Wertsteigerungen erfahren haben, erscheint der deutsche Wohnimmobilienmarkt, im Vergleich immer noch als äußerst günstig. Erfahrene Investoren setzen auf Antizyklik und kaufen zu niedrigen Preisen. Hier bieten Immobilien ohne großartige Steuerabschreibungen, sog. Bestandsimmobilien für Privatanleger eine interessante Gelegenheit, ertragsorientierte Immobilien zu erwerben, vernünftige Mietrenditen und mögliche Wertsteigerungen zu erzielen.

Die Neubautätigkeit befindet sich seit einigen Jahren auf einem historischen Tiefststand. Durch den Wegfall der Steuervorteile für Neubau-Immobilien seit 01.01.2006 ist die Motivation für steuerorientierte Anleger in diese Marktsegment zu investieren, nicht mehr gegeben. Diese Entwicklung führt zwangsläufig zu Wohnungsengpässen in wirtschaftlichen Ballungsgebieten und somit zu Preissteigerungen. Die demografische Entwicklung zeigt zwar einen langfristigen Rückgang der Bevölkerungszahlen. Dies wird allerdings gerade in Ballungsgebieten durch den seit Jahren festzustellenden Trend zu steigenden Single-Haushalten einerseits und dem kontinuierlich ansteigendem Pro-Kopf-Wohnflächenbedarf ausgeglichen. Beruflich und vermögensbedingt steigt die Anzahl der Zweitwohnsitze innerhalb Deutschlands ebenfalls. Bedingt durch die allgemeinen Lebensumstände sowie die weiter verbesserte medizinische Versorgung ist die Lebenserwartung in Deutschland erheblich höher und wird wissenschaftlichen Expertisen zufolge auch künftig weiter steigen. Dieser Umstand sorgt für eine längere Belegung von Wohnimmobilien.

Steuer - Sonderwerbungskosten:


Die Steuer- und Abgabenquote hat sich in den vergangenen 50 Jahren ständig erhöht. Neben den direkten sind auch die indirekten Steuern (z.B. Mehrwertsteuer, Mineralölsteuer, etc) erheblich gestiegen. Nach dem Wegfall der sog. „Verlustzuweisungsmodelle“ (§15b EStG) für geschlossene Fonds im November 2005 zeigt sich ein Anlagetrend hin zur Immobilie, insbesondere zur vermieteten Eigentumswohnung. Im Rahmen von Sonderwerbungskosten können hier noch laufende Steuervorteile realisiert werden. Speziell durch den Erwerb von Denkmalschutzimmobilien nach §§ 7h, 7i können für Anleger mit einer gehobenen Steuerprogression erhebliche Steuerersparnisse generiert werden.

Anders als bei selbst genutzten Immobilien können bei vermieteten Immobilien, neben den aktuellen Gebäudeabschreibungen (AfA) die Finanzierungskosten (Zinsen) als Sonderwerbungskosten geltend gemacht werden. Bei Qualitätsimmobilien in guten und sehr guten Lagen, wird im Idealfall der gesamte Kaufpreis, bonitätsabhängig teilweise komplett von Kreditinstituten finanziert. Experten raten allerdings dennoch zur Einbringung von Eigenkapital. Das Zinsniveau befindet sich derzeit auf einem äußerst niedrigen Niveau, weshalb langfristige Zinsfestschreibungen von 10-15 Jahren zu attraktiven Konditionen angeboten werden (abhängig von der Bonität der Erwerber). Stellt man den Ausgaben wie Finanzierung, Hausverwaltung und Instandhaltungsrücklage den Einnahmen wie Mieten und mögliche Steuervorteile gegenüber, kann somit mit geringen monatlichen Beträgen ein funktionierender Sachwert erworben werden. Jetzt kaufen!

Altersversorgung:


Nach Meinung von Experten ist das gesetzliche Rentensystem, welches auf dem „Generationenvertrag“ gründet, aufgrund der demografischen Entwicklung in Deutschland nicht mehr finanzierbar. Die staatliche Versorgung wird für Heute unter 40-Jährige maximal eine Grundversorgung bedeuten. Private Vorsorge ist wichtig, um im Rentenalter die wirtschaftliche Existenz sicherzustellen. Die Lage in den deutschen Haushalten hat sich in den letzten Jahren zunehmend verschlechtert. Der Verbraucher soll einerseits konsumieren, andererseits führen sinkende Realeinkommen dazu, dass nur wenig Geld für Altersvorsorge zur Verfügung steht. Aktuell führt das Zusammenspiel von günstigen Immobilienpreisen und Zinsen mit Steuervergünstigungen dazu, dass ein durchschnittlich verdienender Haushalt unter bestimmten Voraussetzungen eine qualitativ hochwertige, vermietete Eigentumswohnung zu attraktiven Konditionen finanzieren und tilgen kann. Die vermietete Immobilie wird künftig ein wesentlicher Pfeiler der privaten Altersversorgung sein. Aktuelle Studien haben ergeben, jeder dritte Deutsche wünscht sich eine regelmäßige Mieteinnahme.

Aktienmarkt:


Der Anleger sieht sich einer schier unüberschaubaren Angebotsvielfalt ausgesetzt. Selbst für erfahrene Spezialisten ist dieser Markt kaum noch überschaubar.

Mit dem Einbruch des Neuen Marktes am Anfang dieses Jahrtausends hat die breite Bevölkerung erhebliche Vermögensverluste hinnehmen müssen. Die sich bis heute auswirkende Unsicherheit der Anleger zeigt sich u.A. in anhaltenden Mittelabflüssen, gehäuften Panikverkäufen und einer damit verbundenen, hohen Volatilität der weltweiten Aktienmärkte. Eine zusätzliche Negativauswirkung aus dem Niedergang des Neuen Marktes war der daraus entstandene Abriss der Kundenempfehlungskette für den Vermittler.

Die aktuelle Finanzmarktkrise (Eurokrise) - und die damit einhergehende, verstärkte Volatilität, bringt erneut die Gefahr für erhebliche Verluste für den Anleger. Die Thematik der letzten Finanzmarktkrise scheinen sich zu wiederholen - nur die Gründe sind heute Andere.

Seit dem 01.01.2009 gilt die Abgeltungssteuer bzw. eine einkommensabhängige Pauschalsteuerregelung. Dieser Beschluss fördert die derzeitige Verunsicherung. Nach einer Veröffentlichung der Fachzeitschrift „Der Fonds“ Oktober 2006 soll die Einführung der Abgeltungssteuer das Investmentverhalten folgendermaßen beeinflussen: 49% investieren heute ohnehin nicht mehr am Aktienmarkt, nur 12% würden weiter, wie gewohnt investieren, 16% weiss nicht.
Erschreckend ist: 23% würden ihre Investments in Aktienmärkten reduzieren/auflösen.

Lebensversicherungen:


Gesetzesänderungen sorgten für einen regelrechten Renditeeinbruch bei den Lebensversicherern. Dies führte erwartungsgemäß zu einem massiven Einbruch des Lebensversicherungsgeschäfts. Rentenpolicen finden, gerade auch wegen der gesunkenen Garantierendite nur schleppend ihre Existenzberechtigung.